Tätigkeitsbericht Binnenschifferforum hilft e.V.

Rückblick auf die letzten Monate

Liebe Mitglieder, liebe Freundinnen und Freunde des Vereins,
wir möchten Euch heute mit diesem aktuellen Tätigkeitsbericht mitnehmen und Euch
einen Überblick geben, was sich in unserem Verein in den letzten Monaten getan hat.
Es ist einiges zusammengekommen und wir sind stolz darauf, was wir gemeinsam
erreicht haben


Der neue Vorstand
Seit der Jahreshauptversammlung am 15.03.2026 setzt sich unser Vorstand wie folgt
zusammen:
1. Vorsitzender: Michael Jeske
2. Vorsitzender: Jürgen Collée
Kassenwartin: Kunigunde Jeske
Schriftführerin: Joana Pentenrieder
Beisitzerin: Astrid Zrenner
Revisor: Alexander Fiedler
Wir danken allen Gewählten für ihr Engagement und freuen uns auf die gemeinsame
Arbeit.


Die E.V.d.B. lebt wieder
Ein zentrales Thema der letzten Monate war die Zukunft einer der wichtigsten
Institutionen in der Binnenschifffahrt. Die E.V.d.B. (Europäische Vereinigung der
Binnenschiffer) war über Jahre eine wichtige Stimme für die Menschen an Bord, hatte
sich jedoch zwischenzeitlich infolge interner Streitigkeiten aufgelöst. Damit standen die
Menschen in der Binnenschifffahrt erneut ohne starkes Sprachrohr da – ein Zustand,
den wir nicht hinnehmen wollten.
Auf der Jahreshauptversammlung wurde daher nach vielen Gesprächen und gründlicher
Vorbereiten beschlossen, die E.V.d.B. zunächst als unselbständige Sektion von
Binnenschifferforum hilft e.V. neu zu gründen. Wir wollen perspektivisch, Schritt für
Schritt daraus einen Verband aufbauen, der die Interessen der Binnenschiffer wieder
wirksam vertreten kann.


Wachsender Rückhalt: Unser Verein wächst
In den letzten 15 Jahren hatte unser Verein konstant rund 30 Mitglieder. Zuletzt waren
die Mitgliederzahlen sogar unter 20 gesunken. Wir freuen uns sehr, dass die
Mitgliederzahl inzwischen wieder auf 48 gestiegen ist. Das ein deutliches Zeichen, dass
unsere Arbeit ankommt und gebraucht wird.
Unsere Kernaufgaben bleiben dabei dieselben wie in den letzten anderthalb
Jahrzehnten – vor allem die Unterstützung bei Arbeitsunfällen und Havarien. Konkret
heißt das:

Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen und bei der Korrespondenz mit Behörden,
Krankenkassen und Versicherungen
Unterstützung in sozialen und behindertenrechtlichen Angelegenheiten,
einschließlich der Suche nach den richtigen Ansprechstellen
Fachliche Begleitung im Todesfall
Finanzielle Hilfe durch Überbrückungszahlungen, Darlehen und Sachleistungen
Erfolge, auf die wir stolz sind
Zwei Beispiele aus der jüngeren Zeit zeigen, was unsere Arbeit konkret bewirkt:
Nach Gegengutachten und Widerspruch konnte für ein betroffenes Mitglied der
Pflegegrad erhöht werden.
Nach einem langwierigen Verfahren bis vor das Sozialgericht wurde einem
Mitglied ein behindertengerechtes Fahrzeug genehmigt.
Einem mit dem Entzug seiner Befähigungszeugnisse bedrohten Binnenschiffer
konnten wir helfen, dass das Verfahren eingestellt wurde.
Solche Erfolge zeigen: Beharrlichkeit lohnt sich – und niemand muss diese Wege allein
gehen. Weitere Fälle sind bereits in Bearbeitung und auf einem guten Weg.


Einsatz für die Binnenschifffahrt – politisch und praktisch
Neben der individuellen Unterstützung ist unser Verein auch auf einer zweiten Ebene
aktiv: Wir setzen uns politisch und praktisch für bessere Rahmenbedingungen in der
Binnenschifffahrt ein. Wir sind unter anderem mit einem Mitglied im BDS und im BDB
vertreten. Ein Auszug aus unserer Arbeit der letzten Monate:
Liegeplätze und Infrastruktur


Der Ausbau und die Verbesserung von Liegeplätzen und Autoabsetzplätzen
bleibt ein Dauerthema.
Die Liegeplätze in Köln konnten wir erfolgreich mitgestalten. In Mainz gestaltet
sich die Lage aufgrund mangelnder Solidarität der Beteiligten trotz mehrerer
Verhandlungen schwieriger. Wir bleiben dran.
Wasserstraßen im Fokus
Der Garant-Steiger in Wesel wurde als „kritische Infrastruktur“ neu eingestuft.
Schiffe dürfen ihn nur noch exakt zum Lade- oder Löschzeitpunkt anfahren und
müssen danach sofort wieder ablegen. Wer bleibt, riskiert eine Anzeige. Wir
führen dazu Gespräche und Schriftverkehr mit Politik und Verantwortlichen.
Gegen den starren Richtungsverkehr bei Gelmer (DEK) haben wir protestiert und
einen konstruktiven Sicherheitsvorschlag eingereicht, der den Güterverkehr nicht
blockiert. Eine Rückmeldung der Behörden steht noch aus.
Wegen maroder Poller in der Schleuse Geesthacht haben unsere Mitglieder ca.
50 Beschwerdebriefe versendet; Verbesserungsvorschläge sind bislang
unbeantwortet geblieben.
Zu den „Zwischenschleusungen“ der Schubboote in Scharnebeck haben wir
ebenfalls mehrfach Beschwerde eingelegt. Diese Briefe haben die Leitstellen
erreicht und dort zumindest ein gewisses Verständnis geweckt.
An das zuständige WSA und die GDWS haben wir uns mit der dringenden
Forderung nach einem 24-Stunden-Schleusenbetrieb an der Schleuse Herbrum
während der aktuellen Niedrigwasserphase gewandt. Diesem Wunsch wurde
umgehend entsprochen – wenn auch mit dem Hinweis, dass laut statischer
Vorgabe 8% Stellen abgebaut werden müssen, was eine Wiederholung zum
nächsten Niedrigwasser erschweren dürfte.
Sichtbarkeit und Vernetzung
Unsere Internetpräsenz www.binnenschifferforum-hilft.de wird gerade überarbeitet.
Mit einer neuen Facebook-Seite der Europäischen Vereinigung der
Binnenschiffer – E.V.d.B. machen wir auf unsere Tätigkeit aufmerksam
Der Abteilungsleiter der E.V.d.B. erstellt zuverlässig Woche um Woche ein
WORT ZUM SONNTAG, in dem er auf aktuelle Entwicklungen aufmerksam
macht.
Unser 2. Vorsitzender ist weiter in der nautischen Schifffahrtskommission tätig
und war sogar als Experte in einer Ausschusssitzung im Bundestag zu Gast.
Unser Brandbrief an die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt in Bonn
samt Forderung nach einem Spitzengespräch fand Beachtung – die Deutsche
Verkehrszeitung berichtete darüber. Wir wurden zu einem Krisengespräch
eingeladen; ein passender Termin steht noch aus.
Nach dem Sturz eines Bobcatfahrers in den Frachtraum und der sich daraus
ergebenden Haftungsdiskussion appellieren wir an alle: Befrachter und Kunden
sollten wissen, dass Leitern künftig grundsätzlich von Landseite gestellt werden
müssen – die Sicherheit liegt hier beim Hafen. Das ist auch in den meisten
Hafenverordnungen so geregelt.
Einige Binnenschiffer machen selbständig mit Aufkleberaktionen auf
unzureichende Müllentsorgungsplätze aufmerksam.
Wir stehen im engen Austausch mit niederländischen Schifferverbänden.
Einige Mitglieder niederländischer Verbände haben sich für einen engeren
Austausch der E.V.d.B – und damit auch Binnenschifferforum hilft e.V.
angeschlossen
In der Fachpresse wurde zuletzt mehrfach über uns berichtet
Zu guter Letzt haben mehrere Kollegen Interviews in Zeitungen und im
Fernsehen (u. a. beim WDR) gegeben.
Vieles davon geschieht im Verborgenen – ohne großes Aufsehen, aber mit einem klaren
Ziel: die Branche zu stärken und die Menschen an Bord zu unterstützen.


Macht mit!
All das ist nur möglich, weil sich Menschen einbringen – mit ihrer Zeit, ihrem Wissen und
ihrer Erfahrung. Wir würden uns sehr freuen, wenn noch mehr von euch dabei
mitwirken. Jede und jeder ist willkommen, ganz gleich mit welchen Fähigkeiten oder wie
viel Zeit ihr mitbringt.


Nur gemeinsam und als starke Gemeinschaft werden wir gehört – und können wirklich
etwas bewegen.


Herzlichen Dank für euer Vertrauen und eure Unterstützung!

Euer Vorstand von Binnenschifferforum hilft e.V