Existenzbedrohende Blockade am Dortmund-Ems-Kanal
Binnenschifffahrt protestiert gegen starren Richtungsverkehr bei Gelmer
Die Europäische Vereinigung der Binnenschiffer (EVdB) und Binnenschifferforum hilft e.V. schlagen Alarm.
In einem heute veröffentlichten Brandbrief an das Bundesverkehrsministerium sowie die zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter kritisiert die Interessenvertretung die untragbaren Zustände am Dortmund-Ems-Kanal zwischen Fuestrup und Gelmer. Seit der Eröffnung der neuen Fuestruper Fahrt regelt ein starrer Zwei-Stunden-Takt mit Ampeln den Schiffsverkehr, was in der Praxis zu massiven Verzögerungen und gefährlichen Situationen führt.
Besonders kritisch bewerten die Schiffer die Tatsache, dass im Wartebereich der Richtungsregelung keine ausreichenden Möglichkeiten zum Festmachen der Schiffe existieren. Dies zwingt die Kapitäne dazu, ihre Schiffe über den gesamten Zeitraum der Wartezeit mit laufenden Maschinen auf Position zu halten. Dieser erzwungene Leerlauf treibt nicht nur den Kraftstoffverbrauch und die Betriebskosten in die Höhe, sondern widerspricht auch eklatant allen Bemühungen zum Umweltschutz und zur CO2-Reduzierung. In Zeiten knapper Ressourcen und hoher Energiepreise stellt diese Praxis eine unnötige zusätzliche Kostenbelastung dar, die das Gewerbe existenziell trifft.
Neben den wirtschaftlichen Folgen warnt der EVdB vor erheblichen Sicherheitsrisiken. Um die starren Abfahrtszeiten einzuhalten, kommt es vermehrt zu Geschwindigkeitsüberschreitungen vor und nach der Regelstrecke. Dies führt zu gefährlichem Sog- und Wellenschlag, der stillliegende Schiffe an ihren Liegeplätzen loszureißen droht. Besonders im sensiblen Bereich des Ölhafens Gelmer entsteht hierdurch ein unverantwortliches Gefahrenpotenzial für Mensch und Umwelt. Die Schifffahrtstreibenden fordern daher ein Ende der „Gängelung“ durch Ampelregelungen und eine Rückkehr zur eigenverantwortlichen Funkabsprache.
Die technische Ausstattung der modernen Binnenschifffahrt mit AIS und TRESCO ermöglicht eine präzise Absprache unter den Kapitänen, wie sie nachts bereits erfolgreich praktiziert wird. Die Verbände fordern die Behörden auf, das Vertrauen in die nautischen Fähigkeiten der Schiffsführer wiederherzustellen und den Richtungsverkehr für die Berufsschifffahrt umgehend aufzuheben. Ein konstruktiver Vorschlag zur Einbindung von Kleinfahrzeugen wurde den Ämtern bereits unterbreitet, um die Sicherheit ohne Blockade des Güterverkehrs zu gewährleisten.

