DAS WORT ZUM SONNTAG


von Christian Niemann – 13.09.2026

Moin zusammen!

Niedriges Wasser und große Worte – so würde ich jetzt mal die Situation der letzten Wochen zusammenfassen.

Und genau dazu passt auch die Situation im schönen Emsland – niedriges Niveau und hoher Eigenlobfaktor!

Während des Niedrigwassers wurde erneut deutlich, wie überlastet die Wasserstraße und wie sehr marode die Bausubstanz dort ist.
Verstärkt wurde die Situation durch eine viel zu dünne Personaldecke, die tatsächlich noch weiter abgebaut werden soll, oder besser gesagt: wird!

Da passt es ins Bild, dass die neue Schleuse Gleesen morgen feierlich eingeweiht werden soll und diese viel zu kleine Ersatzbauwerks-Ruine, die von Anfang an ihre Unzuverlässigkeit im Betrieb preisgibt und von Planungs- und Baufehlern nur so strotzt, mehrere Tage lang ausgefallen ist.

Die Tatsache, dass man dieses Projekt nun auch noch feiern möchte, ist Sinnbild für den Zustand eines ganzen Landes!

Ja – auch für uns Schiffer!

Denn um es mal ehrlich auf den Punkt zu bringen, die Wut ist zwar groß, der Aufschrei ist laut, die Klagelieder haben immer die selbe wiederkehrende Melodie – aber kaum ist diese Schleuse in erstaunlicher Geschwindigkeit wieder repariert, fahren alle wieder weiter – irgendwie so, wie ein tiefer Kratzer auf einer Schallplatte.

Ja und ich mache jede Wette, dass auch wenn die Schleuse zur Einweihung weiter kaputt gewesen wäre, hätten sich höchstens 3, 4, 5 Kollegen dort versammelt, um dort mal lautstark ihrem Frust Luft zu verschaffen.

Und genau an diesem Punkt, erklärt die Schifffahrt ihre Kapitulation und macht sich zum wehrlosen Opfer gleichgültiger Behörden und verfehlter Politik!

Über 30 Jahre Misswirtschaft und Sparflamme – und noch immer keine Erkenntnis, dass böse Briefe nichts erreicht haben und werden.
Die Erwartungen an andere sind stets hoch, ebenso wie die Kritik an die paar Leute, die wenigstens noch versuchen, etwas zu verändern oder aufzuhalten.

Dort liegen morgen die Verantwortlichen in Gleesen auf dem Silbertablett und könnten mal medienwirksam öffentlich abgestraft werden – und keiner geht hin!?!?

Da melden sich viele, die entweder eine Ausrede parat haben, oder mich fragen, wer und wieviele denn morgen dorthin kommen.
Quasi frei nach dem Motto: wenn der Niemann Proteste will, soll er am bestens mit nem Bus den DEK abklappern, die Kollegen fragen und animieren, einsammeln und dorthin bringen – oder was erwartet man???

Wir sind so gut untereinander vernetzt, wie niemals zuvor – KOMMUNIZIERT UND ORGANISIERT EUCH!!!!

Mal einen Tag freiwillig liegen zu bleiben und dort auf den Tisch zu hauen, ist kein großes Opfer, im Vergleich zu den Folgen, tatenlos zuzusehen!

Ob es was bringt, wenn man dort mal die Beweihräucherung auspfeift – ich weiß es nicht!

Jedoch weiß ich eines: große Worte und leere Versprechen gab es mehr, als Sterne am Himmel.
Ergebnislose Brandbriefe und Beschwerden, würden übereinander gestapelt wohl zum Mond und zurück reichen.

Ich kann auch nicht mehr, als meine Reichweite zu nutzen, um selbst den kleinen Angestellten davon zu überzeugen, dass wir handeln müssen – denn ein Weiterso wird schon bald auch die Grundlage für ein stabiles Lohnniveau zerstören.
Nämlich eine intakte, zuverlässige Infrastruktur, die nicht nur für Partikuliere das wirtschaftliche Fundament ist!!!

Deshalb: EVdB – gemeinsam kämpfen!!!

Allen eine gute Fahrt – wer es denn kann.

Euer Christian