Zustand der Infrastruktur der deutschen Wasserstraßen
Die schiffbaren Wasserstraßen in Deutschland sind insgesamt weiterhin leistungsfähig, stehen jedoch unter erheblichem Modernisierungsdruck. Das rund 7.300 Kilometer umfassende Netz der Bundeswasserstraßen wird von der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes betrieben. Über viele Jahre entstand ein deutlicher Investitionsstau. Zwar wurden die Mittel inzwischen erhöht, doch Planungsverfahren, Fachkräftemangel und lange Genehmigungszeiten bremsen die Umsetzung.
Besonders problematisch sind die Schleusen. Viele Anlagen stammen aus den 1920er bis 1950er Jahren und arbeiten technisch am Limit. Ungeplante Ausfälle nehmen zu, Ersatzneubauten dauern häufig mehr als ein Jahrzehnt. Kritische Bereiche sind unter anderem der Nord-Ostsee-Kanal, der Mittellandkanal sowie Mosel und Weser, wo Störungen sofort wirtschaftliche Folgen haben.
Hinzu kommen sanierungsbedürftige oder zu niedrige Brücken, insbesondere an stark belasteten Wasserstraßen wie dem Rhein und der Elbe. Am Rhein zeigt sich zusätzlich die hohe Abhängigkeit von ausreichenden Wasserständen; Niedrigwasserperioden wie in den vergangenen Jahren haben die Verwundbarkeit deutlich gemacht. Auch die Elbe leidet dauerhaft unter Tiefgangsproblemen.
Wehre und Stauanlagen, etwa am Neckar, sind vielfach ebenfalls überaltert und nur unter großem Aufwand im laufenden Betrieb zu modernisieren. Insgesamt funktioniert das System noch, läuft jedoch vielerorts auf Verschleiß. Ohne beschleunigte Modernisierung drohen zunehmende Engpässe, obwohl die Wasserstraßen für eine klimafreundliche Verkehrsverlagerung strategisch unverzichtbar sind.
Hier ein recht aktuelles Video vom NDR dazu:
https://youtu.be/B2WyEtWkos0
Externer Link. Copyright: NDR

