DAS WORT ZUM SONNTAG
12.07.2026 von Joana Pentenrieder
Servus, liebe Kolleginnen und Kollegen,
ich möchte heute mal wieder ein Thema ansprechen, das uns alle betrifft: die Situation der Liegeplätze auf unseren Wasserstraßen.
In den vergangenen Jahren sind am Rhein zahlreiche Liegestellen weggefallen oder wurden reduziert – unter anderem in Koblenz-Ehrenbreitstein, Lahnstein, Schierstein, Oberwinter, Wiesbaden, Mainz, Nierstein, Ludwigshafen, Mannheim, Speyer und Breisach.
Gleichzeitig erfüllen viele der verbliebenen Liegeplätze nicht mehr die Anforderungen der heutigen Schifffahrt. Fehlende Wassertiefen, Versandungen, unzureichende Festmacheeinrichtungen oder eine nicht ausreichende Auslegung für moderne Schiffsgrößen machen den Alltag immer schwieriger.
Neue Liegeplätze zu schaffen ist ein langwieriger Prozess. Planungen ziehen sich über Jahre hin – durch Genehmigungsverfahren, Einwendungen von Anwohnern, Naturschutz oder Fischerei. Wenn dann endlich gebaut werden könnte, entsprechen die Lösungen manchmal schon nicht mehr den tatsächlichen Anforderungen.
Auch im Kanalsystem zeigt sich die gleiche Entwicklung: Jahrelange Einsparungen und reine „Noterhaltung“ führen dazu, dass unsere Wasserstraßen zunehmend an ihre Grenzen kommen.
Dabei gilt weiterhin: Alle wollen die Fracht. Aber die Infrastruktur dafür wird immer schwächer.
Wir müssen deshalb stärker zusammenstehen und unsere Anliegen sichtbar machen. Es geht nicht nur um Proteste, sondern darum, gemeinsam Lösungen voranzubringen:
- Probleme dokumentieren
- Mängel melden
- Kontakte nutzen
- Gespräche führen
- die richtigen Stellen erreichen
Jeder von uns bringt Erfahrungen, Wissen und Fähigkeiten mit, die gebraucht werden. Nur wenn wir viele sind und gemeinsam auftreten, werden wir gehört.
Unsere Wasserstraßen sind keine Selbstverständlichkeit. Sie sind Teil unserer Wirtschaft, unserer Versorgung und unserer Zukunft.
Gemeinsam stark – E.V.d.B.

