DAS WORT ZUM SONNTAG
10.05.2026 – von Christian Niemann
Moin liebe Kolleginnen und Kollegen!
Letzte Woche starteten wir mit einer neuen Form von Protest, in dem wir 2 Beschwerdeschreiben verfasst haben und diese, von jedem Unterstützer persönlich unterschrieben, an einen bestimmten Email-Verteiler verschickt wurden.
Scheinbar ist es uns teilweise gelungen, wie geplant, die Emailpostfächer dermaßen zu sprengen, dass dort nichts mehr ging.
So ging unter der Adresse des wsa-esk-mlk wohl zum Beispiel nichts mehr durch 🤣🤣🤣👍
Aber morgen ist ja auch noch ein Tag und eine Woche – und niemand sollte es zuviel sein, es einfach nochmal zu versuchen – oder sich einfach unserem Protest noch anzuschließen. Sicher ist sicher!

Unsere Protestschreiben haben wohl auch den Weg in die Leitstellen der Schleusen gefunden und weitaus mehr als Verständnis ausgelöst.
Unsere Aktion macht schon mal die Runde und ist -wie geplant- nicht mehr weg zu ignorieren!
An dieser Stelle möchte ich mich im Namen aller Mitglieder der EVdB, besonders bei all denen bedanken, die nicht bei uns Mitglied sind und sich beteiligt haben.
Solch eine „Breitseite“ hat eben nur ihre Wirkung, wenn genug Kollegen solidarisch mitmachen.
Aber es scheint ein empfindlicher Treffer gewesen zu sein und zu werden, der innerhalb der WSV und WSD Druck ausübt.
Das wird uns auch woanders die Türen öffnen und unseren Worten Gewicht verschaffen.
Anlässe und Probleme gibt es ja leider genug!
Neben Informationen darüber, dass durch den geplanten Stellenabbau innerhalb der WSV, gerade Schleusenmeisterposten die aufgrund von Altersruhestand nicht neu besetzt werden sollen, entdecken immer mehr Häfen das Hafengeld als Einnahmequelle für sich.
Ich sage es mal so:
Grundsätzlich haben die ja auch das Recht dazu. ABER…
- Sollte man vielleicht erstmal erfassen, wie der Hafen aussieht und neben einen gewissen Standardservice und Infrastruktur wie Müllentsorgung, Trinkwasser und Landstrom, etc. mal besonders sein Angebot in puncto Sicherheit der Landgänge, Beleuchtung, Poller, so herstellen, dass ein Hafengeld überhaupt gerechtfertigt ist.
- Köln Niehl wurde uns als kostenlose Alternative zur Verfügung gestellt, bis der Anleger am Rheinauhafen FERTIG ist!
- Für ein gutes Angebot wäre ich ja auch grundsätzlich dabei, Hafengeld zu bezahlen. Aber ist denn auch Kundschaft und Befrachter bereit, dafür uns mehr Fracht zu zahlen?
- Wenn der Hafen Gebühren verlangt, sollte er auch für Mißstände haftbar sein -Stichwort Untiefen, Schäden und Mängel der Sicherheit, usw.
Dann müsste bei der Abrechnung noch differenziert werden wie groß ein Fahrzeug ist und ob es zur Übernachtung oder zum Umschlag den Hafen anfährt.
Da macht man es sich wirklich zu einfach, gerade am Rhein!
Allgemein scheinen Bedürfnisse der Schifffahrt längst nicht mehr im Mittelpunkt zu stehen, wenn die WSV, WSD oder sonstige Beteiligte nach Lösungen von Problemen suchen.
Richtungsverkehre, Sperrungen, Schichtausfälle und Notbetriebe sind nicht nur Folge mangelnden Geldes, sondern auch mangelnder Planung – ich erkenne besonders in der Verwaltung diesbezüglich sehr viel Gleichgültigkeit und Beratungsresistenz gegenüber der Praktiker – auch gegenüber der Praktiker innerhalb der Behörde!
Am 20.6.26 gipfelt der Realitätsverlust der WSV in einer großen Party und Selbstbeweihräucherung. So feiert man dann stolz 50 Jahre ESK rund um das Schiffshebewerk Scharnebeck.
Unter dem Motto „50 Jahre Bruch und Company – kein Grund zum feiern und unser Budget zu versaufen“
werden wir uns was schönes einfallen lassen um die Partystimmung etwas zu trüben, denn ein Trauermarsch wäre hinsichtlich der Infrastruktur dort, wohl angebrachter, als ein Freudenfest großer Leistungen!
Ich kann mich da nur immer wieder wiederholen und darauf aufmerksam machen, dass wir mit normaler Verbandsarbeit gescheitert sind und diese offensichtlich zu wenig Druck erzeugt.
Deshalb geht die EVdB andere Wege um diesen zu erzeugen -und gemeinsam ist man nicht nur stark, sondern auch sehr kreativ, wie wirksamer Protest aussehen kann.
Der Skepsis weicht langsam die Freude, etwas zusammen entwickeln und bewegen zu können und immer mehr beteiligen sich und finden den Mut etwas entgegen allen Kritikern etwas verändern zu wollen.
Endlich scheint nicht nur allein der Unmut immer größer zu werden, sondern die nötige Solidarität unter uns Schiffern!
Wenn wir bereit sind auch mal unbequeme Wege zu gehen, haben wir auch die Macht unsere Interessen in den Vordergrund zu stellen und durchzusetzen.
Die Skepsis und Abneigung gegenüber der EVdB ist letzlich der Beweis dafür, dass man die Einigkeit der Schiffer fürchtet -allein diese Tatsache sollte ein guter Grund dafür sein, uns zu unterstützen und/oder beizutreten.
In diesem Sinne wünsche ich allen einen schönen Sonntag und eine gute Fahrt.
Gemeinsan stark – EVdB!
Euer Christian
oder

