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2026 Offizieller Tätigkeitsbericht Binnenschifferforum hilft e.V.

Verfasst: 29.08.2026, 18:28
von Joana
Tätigkeitsbericht Binnenschifferforum hilft e.V.

Rückblick auf die letzten Monate

Liebe Mitglieder, liebe Freundinnen und Freunde des Vereins,
wir möchten Euch heute mit diesem aktuellen Tätigkeitsbericht mitnehmen und Euch einen Überblick geben, was sich in unserem Verein in den letzten Monaten getan hat.
Es ist einiges zusammengekommen und wir sind stolz darauf, was wir gemeinsamerreicht haben.

Der neue Vorstand

Seit der Jahreshauptversammlung am 15.03.2026 setzt sich unser Vorstand wie folgt zusammen:

 1. Vorsitzender: Michael Jeske
 2. Vorsitzender: Jürgen Collée
 Kassenwartin: Kunigunde Jeske
 Schriftführerin: Joana Pentenrieder
 Beisitzerin: Astrid Zrenner
 Revisor: Alexander Fiedler

Wir danken allen Gewählten für ihr Engagement und freuen uns auf die gemeinsame Arbeit.

Die E.V.d.B. lebt wieder

Ein zentrales Thema der letzten Monate war die Zukunft einer der wichtigsten Institutionen in der Binnenschifffahrt.
Die E.V.d.B. (Europäische Vereinigung der Binnenschiffer) war über Jahre eine wichtige Stimme für die Menschen an Bord, hatte
sich jedoch zwischenzeitlich infolge interner Streitigkeiten aufgelöst. Damit standen die Menschen in der Binnenschifffahrt erneut ohne starkes Sprachrohr da – ein Zustand, den wir nicht hinnehmen wollten.
Auf der Jahreshauptversammlung wurde daher nach vielen Gesprächen und gründlicher Vorbereiten beschlossen, die E.V.d.B. zunächst als unselbständige Sektion von Binnenschifferforum hilft e.V. neu zu gründen. Wir wollen perspektivisch, Schritt für Schritt daraus einen Verband aufbauen, der die Interessen der Binnenschiffer wieder wirksam vertreten kann.

Wachsender Rückhalt: Unser Verein wächst

In den letzten 15 Jahren hatte unser Verein konstant rund 30 Mitglieder. Zuletzt waren die Mitgliederzahlen sogar unter 20 gesunken. Wir freuen uns sehr, dass die Mitgliederzahl inzwischen wieder auf 48 gestiegen ist. Das ein deutliches Zeichen, dass unsere Arbeit ankommt und gebraucht wird. Unsere Kernaufgaben bleiben dabei dieselben wie in den letzten anderthalb Jahrzehnten – vor allem die Unterstützung bei Arbeitsunfällen und Havarien. Konkret heißt das:

 Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen und bei der Korrespondenz mit Behörden, Krankenkassen und Versicherungen
 Unterstützung in sozialen und behindertenrechtlichen Angelegenheiten, einschließlich der Suche nach den richtigen Ansprechstellen
 Fachliche Begleitung im Todesfall
 Finanzielle Hilfe durch Überbrückungszahlungen, Darlehen und Sachleistungen

Erfolge, auf die wir stolz sind

Drei Beispiele aus der jüngeren Zeit zeigen, was unsere Arbeit konkret bewirkt:

 Nach Gegengutachten und Widerspruch konnte für ein betroffenes Mitglied der Pflegegrad erhöht werden.
 Nach einem langwierigen Verfahren bis vor das Sozialgericht wurde einem Mitglied ein behindertengerechtes Fahrzeug genehmigt.
 Einem mit dem Entzug seiner Befähigungszeugnisse bedrohten Binnenschiffer konnten wir helfen, dass das Verfahren eingestellt wurde.

Solche Erfolge zeigen: Beharrlichkeit lohnt sich – und niemand muss diese Wege allein gehen.
Weitere Fälle sind bereits in Bearbeitung und auf einem guten Weg

Einsatz für die Binnenschifffahrt – politisch und praktisch

Neben der individuellen Unterstützung ist unser Verein auch auf einer zweiten Ebene aktiv: Wir setzen uns politisch und praktisch für bessere Rahmenbedingungen in der Binnenschifffahrt ein. Wir sind unter anderem mit einem Mitglied im BDS und im BDB
vertreten. Ein Auszug aus unserer Arbeit der letzten Monate:

Liegeplätze und Infrastruktur

 Der Ausbau und die Verbesserung von Liegeplätzen und Autoabsetzplätzen bleibt ein Dauerthema.
 Die Liegeplätze in Köln konnten wir erfolgreich mitgestalten. In Mainz gestaltet sich die Lage aufgrund mangelnder Solidarität der
Beteiligten trotz mehrerer Verhandlungen schwieriger. Wir bleiben dran.

Wasserstraßen im Fokus

 Der Garant-Steiger in Wesel wurde als „kritische Infrastruktur" neu eingestuft. Schiffe dürfen ihn nur noch exakt zum Lade- oder
Löschzeitpunkt anfahren und müssen danach sofort wieder ablegen. Wer bleibt, riskiert eine Anzeige. Wir führen dazu Gespräche und
Schriftverkehr mit Politik und Verantwortlichen.
 Gegen den starren Richtungsverkehr bei Gelmer (DEK) haben wir protestiert und einen konstruktiven Sicherheitsvorschlag
eingereicht, der den Güterverkehr nicht blockiert. Eine Rückmeldung der Behörden steht noch aus.
 Wegen maroder Poller in der Schleuse Geesthacht haben unsere Mitglieder ca.50 Beschwerdebriefe versendet;
Verbesserungsvorschläge sind bislang´unbeantwortet geblieben.
 Zu den „Zwischenschleusungen" der Schubboote in Scharnebeck haben wir ebenfalls mehrfach Beschwerde eingelegt. Diese Briefe
haben die Leitstellen erreicht und dort zumindest ein gewisses Verständnis geweckt.
 An das zuständige WSA und die GDWS haben wir uns mit der dringenden Forderung nach einem 24-Stunden-Schleusenbetrieb an der
Schleuse Herbrum während der aktuellen Niedrigwasserphase gewandt. Diesem Wunsch wurdeumgehend entsprochen – wenn auch
mit dem Hinweis, dass laut statischer Vorgabe 8% Stellen abgebaut werden müssen, was eine Wiederholung zum nächsten
Niedrigwasser erschweren dürfte.

Sichtbarkeit und Vernetzung

 Unsere Internetpräsenz www.binnenschifferforum-hilft.de wird gerade überarbeitet.
 Mit einer neuen Facebook-Seite der Europäischen Vereinigung der Binnenschiffer – E.V.d.B. machen wir auf unsere Tätigkeit
aufmerksam
 Der Abteilungsleiter der E.V.d.B. erstellt zuverlässig Woche um Woche ein WORT ZUM SONNTAG, in dem er auf aktuelle Entwicklungen
aufmerksam macht.
 Unser 2. Vorsitzender ist weiter in der nautischen Schifffahrtskommission tätig und war sogar als Experte in einer Ausschusssitzung im
Bundestag zu Gast.
 Unser Brandbrief an die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt in Bonn samt Forderung nach einem Spitzengespräch fand
Beachtung – die Deutsche Verkehrszeitung berichtete darüber. Wir wurden zu einem Krisengespräch eingeladen;
ein passender Termin steht noch aus.
 Nach dem Sturz eines Bobcatfahrers in den Frachtraum und der sich daraus ergebenden Haftungsdiskussion appellieren wir an alle:
Befrachter und Kunden sollten wissen, dass Leitern künftig grundsätzlich von Landseite gestellt werden müssen – die Sicherheit liegt
hier beim Hafen. Das ist auch in den meisten Hafenverordnungen so geregelt.
 Einige Binnenschiffer machen selbständig mit Aufkleberaktionen auf unzureichende Müllentsorgungsplätze aufmerksam.
 Wir stehen im engen Austausch mit niederländischen Schifferverbänden.
 Einige Mitglieder niederländischer Verbände haben sich für einen engeren Austausch der E.V.d.B – und damit auch
Binnenschifferforum hilft e.V. angeschlossen
 In der Fachpresse wurde zuletzt mehrfach über uns berichtet
 Zu guter Letzt haben mehrere Kollegen Interviews in Zeitungen und im Fernsehen (u. a. beim WDR) gegeben.

Vieles davon geschieht im Verborgenen – ohne großes Aufsehen, aber mit einem klaren Ziel:
die Branche zu stärken und die Menschen an Bord zu unterstützen.

Macht mit!

All das ist nur möglich, weil sich Menschen einbringen – mit ihrer Zeit, ihrem Wissen und
ihrer Erfahrung. Wir würden uns sehr freuen, wenn noch mehr von euch dabei
mitwirken. Jede und jeder ist willkommen, ganz gleich mit welchen Fähigkeiten oder wie
viel Zeit ihr mitbringt.
Nur gemeinsam und als starke Gemeinschaft werden wir gehört – und können wirklich
etwas bewegen.

Herzlichen Dank für euer Vertrauen und eure Unterstützung!
Euer Vorstand von Binnenschifferforum hilft e.V.